Enter the Void – französisches Extrem-Kino!

Das französische Kino der 70er ist eine Sache für sich. Radikal, die Kamera immer auf Portrait gepolt und menschliche Abgründe noch und nöcher. Und jetzt ist es wieder soweit. Der Extrem-Regisseur Gaspar Noé hat nach seinem Skandal-Film “Irréversible” den Film “Enter the void” abgedreht. Oscar, ein Drogendealer, ist die Hauptfigur. Nach einem Leben im Drogenrausch (wird minutenlang im Stile des 2001-Odyssee Flashs dargestellt) wird er im Klo eines Clubs erschossen. Seine Seele steigt empor und driftet über die nächtliche Neonlandschaften Tokios, sucht den Ausweg und seine Schwester Linda – findet aber nur Sehnsüchte, Erinnerungen und Traumwelten. Mit seiner Schwester hält Osacr ein inniges Verhältniss, seit sie zusammen erleben mussten wie ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Das hat sie aus dem Leben gerissen und wurden getrennt. Oscar holt Linda nach Tokio wo sie dann als Stripperin in einem Club arbeitet. Bei einem Liebesakt zwischen Schwester und seinem Freund Alex erlebt Oscar seine Wiedergeburt bei der Befruchtung der Eizelle. Ich zitiere aus Spiegel Online: “Die wiederum an Kubricks Odyssee gelehnte Sequenz, in der das Spermium die Eizelle erreicht, die Zellwand durchdringt und einen Embryo erzeugt, in den Oscars Geist Einzug hält, wurde im Mai vergangenen Jahres beim Filmfestival in Cannes teils hysterisch verlacht, teils mit Buhrufen quittiert. Und tatsächlich ist das verheißungsvolle helle Glühen, das Noé auf die Unterleibe der kopulierenden Körper projiziert, ein lächerlich naives Bild für den Akt der Empfängnis, das trotz aller Wärme, die es ausstrahlt, nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass der Blick des Regisseurs auch hier zynisch und kalt bleibt: Die Liebe zwischen Oscar und Linda, hier zerfällt sie in eine Inzest-Phantasie und die Reduktion des menschlichen Körpers auf die motorische Lustbefriedigung einer Reproduktionsökonomie.” Naja so hätte ich es auch beschrieben. Ein Trip der südamerikanischen Droge namens “Ayahuasca” wollte Noé mit “Enter the Void” umsetzen. Der Credit-Teaser zeigt schon mal ganz gut wie er das macht. Mein Sportlehrer meine mal nach einer Mattenbahn “Rolle vorwärts”: “Ist besser wie nen Joint, was?”. Ich denke mal – so wird der Film auch wirken. Hoffentlich kommt man danach auch wieder runter. Auf der Website sieht man in welchen Kinos er in Deutschland läuft.

Kommentare

Da muss ich doch mal Haare spaltend in die Bresche springen. Der letzte Tango in Paris ist ein italienischer Film, Bertolucci durch und durch. Wenn man vom französischen Kino der 1970er spricht, dann passen dazu eher Namen wie Rivette, Rohmer, Melville und natürlich auch Truffaut.

Daniel ( 27. August 2010 um 15:00 )

uiuiui – da hab ich aber schlecht recherchiert – das stimmt – ich hab den film mal in der originalversion gesehen und da sprechen sie hauptsächlich französisch – und da es ja auch in Paris spielt – bin ich da voll geblendet gewesen – bin kein filmspezialist – nächstes mal check ich das ab – versprochen – danke für den hinweis

Tobi ( 27. August 2010 um 15:24 )

Enter The Void, oberflächlich gesehen die tragische Geschichte des Gelegenheitsdealers Oscar und seiner Schwester Linda, zeigt den Traum, den ein nicht-religiöser Psychedeliker in Tokio vom Tibetanischen Totenbuch träumt, einer Anleitung für den Zustand der Seele zwischen Tod und Wiedergeburt (Oscar: “Do you believe in Reincarnation?” – Linda: “I don’t have the mental state of a five-year old.”), die Leary und Alpert als Vorlage für eine Anleitung für einen LSD-Trip benutzten, aus dem wiederum einige Zeilen den Song “Tomorrow never knows” von den Beatles inspirierten. In der Deutung des Films wollen die Seelen ihr Leben nicht verlassen und existieren daher in einem körperlosen und psychedelischen Zustand bis zu ihrer Reinkarnation.

Oscar: “You mean, we’re stuck in this world forever? There’s nothing better out there?”

Der kommende Aufstand: “Aus welcher Sicht man sie auch betrachtet, die Gegenwart ist ohne Ausweg.

http://www.classless.org/2010/10/15/tokio-love-hotel-am-ende-und-anfang-der-welt/

classless ( 16. Oktober 2010 um 11:17 )

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